Auf dem Weg in ein rauchfreies Deutschland: Pro Rauchfrei-Jahreshauptversammlung 2021

02.12,2021 Neue Zeiten bei Pro Rauchfrei: Vorstand, Themen, Aktivitäten

Wie für viele andere, wandelten sich seit dem letzten Jahr auch die Bedingungen für das Engagement von Pro Rauchfrei. Deutlich erkennbar war dies bei unserer Jahreshauptversammlung am 27. November. Allein schon dadurch, dass sie online stattfand, wie bereits 2020, obwohl wir uns gern wieder einmal persönlich getroffen hätten. 

Die Tätigkeitsberichte des Vorstands für das vergangene Vereinsjahr spiegelten weitere Veränderungen wider: Zu den bisherigen Haupt-Themenbereichen Unterkunft/Wohnen, Verbandsklage, Arbeit, Verkehr, Freizeit gesellte sich als Novum der große Bereich „Gesundheitsschutz – Corona und (Nicht-)Rauchen“. Sei es, dass die Politik dem Gesundheitsschutz für alle Bürger oberste Priorität zusprach, aber den Nichtraucherschutz als einen sehr wesentlichen Gesundheitsfaktor nach wie vor weitgehend ignorierte. Sei es, dass Aussagen über einen angeblichen Schutz vor Ansteckung durch Rauchen kursierten oder dass die Maskenpflicht vielerorts mit Ausnahmeregelungen fürs Rauchen gelockert wurde – es galt, unseren Standpunkt als Lobby der Nichtraucher klarzumachen.

Zudem markierte die diesjährige Vorstandwahl einen wichtigen Wendepunkt in der Vereinsgeschichte von Pro Rauchfrei: Unser bisheriger Vorsitzender, Siggi Ermer, gab nach 17 Jahren Vorstandsarbeit den Stab an seine Nachfolger weiter. Seinen Abschied aus dem Vorstand werden wir im kommenden Jahr in einer Präsenzveranstaltung würdig gestalten, sobald dies in der derzeitigen Situation möglich sein wird. Hierzu werden wir die Mitglieder gesondert einladen.

Die Mitgliederversammlung wählte Stephan Weinberger zum Vorstandsvorsitzenden und Wolfgang Polak zu seinem Stellvertreter. Beide sind langjährige Mitglieder und hatten bereits Ehrenämter inne: Stephan als stellvertretender Vorsitzender und Wolfgang als Landesleiter für Bayern.

Stephan liegen besonders die Verbandsklagetätigkeit und die Wohnberatung als zwei wichtige Standbeine des Vereins am Herzen. Darüber hinaus möchte er die Öffentlichkeitsarbeit ausbauen und einen mindestens vierteljährlichen direkten Kontakt mit den Mitgliedern halten, sei es vor Ort oder online.

Wolfgang setzt seinen Schwerpunkt bei der Mitgliedergewinnung, der Zusammenarbeiten mit anderen Verbänden und beim konsequenten Einsatz unserer rechtlichen Möglichkeiten gegen Nichtraucherschutz-Verstöße.

Beide stehen für ein politisch neutrales, an den Vereinszielen orientiertes gleichberechtigtes persönliches Miteinander. Sie werden auf die Mitglieder zugehen und hoffen, dass dies auch umgekehrt der Fall sein wird.

Nach der Wahl folgte die Verabschiedung dreier Satzungsänderungsanträge, darunter auch einer Anti-Diskriminierungsklausel, und die postume Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an den 2020 verstorbenen Herrn Dieter Mennekes als Dank für seine großen Verdienste um die Förderung von Pro Rauchfrei.

In der anschließenden Diskussion der Frage „Welche vordringlichen Forderungen für den Nichtraucherschutz sollen wir der neuen Bundesregierung mit auf den Weg geben?“ erörterten die Teilnehmer neben bereits bekannten Themenfeldern und vielversprechenden Handlungsvorschlägen auch einen neu hinzukommenden Bereich: Inwieweit betrifft das Cannabisrauchen aufgrund der geplanten Legalisierung durch die Ampel-Koalition die Belange der Nichtraucher? Die Meinungen, ob Cannabiskonsum die Vereinsaufgaben tangiert und falls ja, welche Forderungen wir dazu an die Politik richten werden, gingen teilweise auseinander. In der Folge wird der Vorstand im Gespräch mit interessierten Mitgliedern einen gemeinsamen Standpunkt zu dieser Frage erarbeiten. 

Die Zukunft soll auch in Deutschland rauchfrei werden, dafür setzt sich Pro Rauchfrei ein und erbittet dazu die Mithilfe seiner Mitglieder, Unterstützer in den sozialen Medien und Kooperationspartner.

Tabakfreies Deutschland: Auch die Zivilgesellschaft muss aktiv werden

Weltnichtrauchertag 2021

30.5.2021  Die erfolgversprechenden Bausteine für ein tabakfreies Deutschland bis 2040 sind: 

  • Mehr rauchfreie Orte

  • Rauchverbot in Pkws

  • Regelmäßige spürbare Steuererhöhungen

  • Einheitsverpackungen

  • Tabakwaren in Fachgeschäfte, Automatenverbot

  • Niedrigschwellige Entwöhnungsangebote

  • Umfassendes Werbe- und Sponsoringverbot

Gemeinsam mit vielen anderen setzen wir uns dafür ein. Im Falle von Pro Rauchfrei auch mit juristischen Mitteln im Verbraucherschutz. Aber der Weg dahin ist lang, der Tabaklobbyismus immer noch sehr erfolgreich. In der Zwischenzeit sterben jedes Jahr über 120.000 Raucher vorzeitig an ihrer Krankheit, mindestens 3.000 Nichtraucher am Passivrauch. Viele werden in ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden geschädigt durch Tabakrauch, dem sie gegen ihren Willen ausgesetzt sind.

Deshalb muss auch die Zivilgesellschaft stärker aktiv werden und mit ihren Mitteln bewirken, dass unser aller Alltag rauchfreier wird: Arbeitgeber, Vermieter, Händler, Unternehmer, Gewerbetreibe, Vereine, Kommunen - und nicht zu vergessen wir alle, wenn wir Gast, Besucher, Kunde sind. Und: Stärken Sie auch Pro Rauchfrei durch einen Beitrag, eine Spende oder aktive Mitarbeit!

Mit Klick aufs Bild wird die Pdf-Ansicht geöffnet

Tabakfreies Deutschland: Was die Zivilgesellschaft beitragen kann (Grafik

Mehr zum Thema:

Strategiepapier des DKFZ für ein tabakfreies Deutschland bis 2040

Wunschliste" von Pro Rauchfrei anlässlich des WNT 2020

 

Rauchfreie Freibäder: Sport und Spaß in frischer Luft

letzte Aktualisierung: 03.07.2021: Die Freibadsaison beginnt im Mai. Für die ersten Mutigen, die die Liegewiesen sprenkeln, wird es noch ein rauchfreies Vergnügen sein, denn sie haben viel Platz um den Liegestuhl herum.

Rauchfreie Freibäder bieten Sport und Spaß an frischer Luft

Doch an den richtig heißen Sommertagen und in den Ferien reihen sich die Badetücher so eng aneinander wie Ölsardinen in der Büchse. Leider steigt Tabakrauch nicht sofort steil nach oben, wie man sich das wünschen würde, sondern wabert geraume Zeit in Nasenhöhe herum, bevor er sich verflüchtigt. Wie Wissenschaftler in einer Studie der kalifornischen Stanford-Universität herausgefunden haben, ist Tabakrauch im Freien etwa bis zu einer Entfernung von zwei Metern noch schädlich und verstärkt die Feinstaubbelastung, der man ohnehin den Tag über ausgesetzt ist. Nicht zu reden von der ungesunden Wirkung auf Asthmatiker, Allergiker und gegen Tabakrauch empfindliche Menschen.

In der Presse liest man öfter von Anträgen auf Rauchverbot auf den Liegewiesen von Freibädern, noch zu oft sind diese Initiativen aber nicht erfolgreich. Dennoch gibt es positive Beispiele rauchfreier Freibäder oder solcher, die getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche ausweisen. Die Auslöser dafür waren verschieden: Oft gaben anhaltende Proteste von Eltern den Ausschlag, dass nun zumindest im Kleinkinderbereich das Rauchen unterlassen werden muss, manchmal haben sich Schwimmer beschwert, die nach dem Auftauchen den über der Wasseroberfläche hinziehenden Rauch einatmen mussten, häufig ist der Kippenmüll auf den Liegewiesen ein Anlass, in manchen Fällen auch Überlegungen zur Brandgefahr bei trockenem Wetter.

Komplett rauchfreie Freibäder

Ein tolles Beispiel dafür sind die zehn Familienbäder Wiens, die aus Kinderschutzgründen zuerst getrennte Bereiche angeboten hatten und dann ein totales Rauchverbot aussprachen, da sich die Raucher nicht an die Regelungen gehalten hatten. Auch im Frei- und Hallenbad des Mainzer Schwimmvereins und im Freibad Gnarrenburg (Niedersachsen) badet und sonnt man sich völlig rauchfrei.

Freibäder mit getrennten Bereichen

Diese findet man in den Frankfurter Freibädern, im Schyrenbad München, in den Freibädern von Mühlacker, Dachau, Dorfen, dem Familienbad Oberbieber (Neuwied), der Badeanlage Rantzauer See in Barmstedt (Pinneberg), den Grazer Freibädern, Bad Belzig und dem Erlebnisfreibad in Plattling. In Rottenburg a. Neckar gilt ein Rauchverbot n in den überdachten Bereichen, an allen Beckenumgängen, dem Kinderspielplatz sowie dem Kinderbereich mit zugehöriger Liegewiese.

Freibäder mit Rauchverbot in den Kinderbereichen

In den Nürnberger Freibädern sind die Kleinkindbereiche rauchfrei; der Nichtraucherschutz soll in der kommenden Saison noch ausgeweitet werden. Dank einer Initiative des örtlichen Kinderschutzbundes ist der Kinderbereich im Murrhardter Trauzenbach-Freibad (Baden-Württemberg) rauchfrei. Im Kleinkindbereich sowohl des AQWA-Freibads Walldorf (Baden-Württemberg) als auch des Freibads Germering darf nicht geraucht werden. Der Passus in der Badeordnung, dass Rauchen auf den Liegewiesen unerwünscht sei, ist leider inzwischen gestrichen worden.

Eine kuriose Regelung hat das Freibad Eckbusch (Wuppertal). Die dortige Badeordnung legt fest, dass auf den Liegewiesen nur geraucht werden dürfe, sofern es die anderen Gäste nicht störe.

Die Einführung von Rauchverboten wurde beispielsweise in Lahnstein, Offenburg und Tübingen von einer Mehrzahl der Stadträte bzw. der Verwaltung abgelehnt, im Fall Tübingen trotz häufiger Beschwerden von Badegästen.

Wer weitere rauchfreie Freibäder oder solche mit getrennten Bereichen kennt, möge uns das bitte über das Kontaktformular mitteilen. 

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