Drucken

Warum ich als begeisterter FC-Bayern-Fan seit fünf Jahren nicht mehr in der Allianz Arena war

Ein Mitglied von Pro Rauchfrei erzählt

Der FC Bayern vergrault seine Nichtraucherfans10.03.2017  Seit 20 Jahren bin ich nun Mitglied beim FC Bayern München und Jahreskarten­besitzerin (Stehplatz FC-Bayern-Fanblock in der Südkurve). Außerdem bin ich seit Jahren Mitglied von Pro Rauchfrei.

Bis vor wenigen Jahren habe ich mir auch noch regelmäßig Spiele des FC Bayern München im Stadion angeschaut. Aber aus diesem Vergnügen wurde im Laufe der letzten Jahre immer mehr eine Tortur.

Nicht wegen des FC Bayern, der spielt schönen und erfolgreichen Fußball, sondern wegen der immer größer werdenden Anzahl an rauchenden Zuschauern. Nicht nur in „meinem“ Bereich, sondern, wie ich aus Gesprächen mit anderen Stadionbesuchern weiß, überall im Stadion.

Auf ein freundliches Bitten meinerseits, das Rauchen wenigstens ein wenig einzuschränken, bekomme ich nicht selten Antworten, die sich unter der Gürtellinie bewegen. Auch wurde mir schon mehr als einmal mit voller Absicht direkt ins Gesicht gequalmt.

Da frage ich mich: Stellt das nicht den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung dar?

Das Schlimme ist ja auch noch, dass ich den noch viel ekligeren „kalten“ Rauch, der sich während zwei bis drei Stunden in meiner Kleidung angesammelt hat, bei der knapp zweistündigen Heimfahrt einatmen darf. Sodass ich zu Hause als erstes eine Kopfschmerztablette nehmen, duschen und Haare waschen muss, und wenn es nach Champions-League-Spielen (die ja erst um 20.45 Uhr beginnen) erst um ein Uhr morgens ist.

Früher im Olympiastadion ging es noch, weil die Südkurve viel weitläufiger war und ich mehr Möglichkeiten hatte, mir den besten Platz auszusuchen. Aber jetzt in der Allianz Arena ist das leider so nicht mehr möglich.

Natürlich habe ich auch mehrmals versucht, dieses Anliegen beim FC Bayern vorzubringen, unter anderem bei den sogenannten „Präsidentengesprächen“, wurde aber nie eingeladen.

Auch ein Wortbeitrag eines anderen Pro-Rauchfrei- und FC-Bayern-Mitglieds innerhalb einer Jahreshauptversammlung hat keine Änderung gebracht.

So sehe ich seit einigen Jahren schweren Herzens vom Besuch eines FC-Bayern-Heimspiels ab. Das letzte Spiel, das ich live in der Allianz Arena gesehen habe, war das „Finale dahoam“, das Champions-League-Endspiel 2012 gegen Chelsea London. Viel schlimmer als das Ergebnis (Bayern hat nach Elfmeterschießen verloren), war die andauernde Belästigung seitens der Raucher. Und das, obwohl auf den Eintrittskarten das Rauchverbotssymbol aufgedruckt war (also war eigentlich Rauchverbot) und auch bei den „Verhaltensregeln“, die man mit der Karte bekommen hatte, aufgelistet war…

Wie viele Nichtraucher-Fans der FC Bayern wohl verloren hat, weil er sich so gegen eine rauchfreie Allianz Arena sträubt?

Zur Übersicht → rauchfreie Stadien

Drucken

In Bayern und NRW: Rauchen nur unterm Himmelszelt

01.03.2017: → Rauchen nur unterm Himmelszelt – diesen Titel trug ein Artikel von Pro Rauchfrei über einen verrauchten Zeltvorbau eines Cafés im Kreis Gütersloh, NRW. Dieser musste aufgrund unserer Beschwerde in einen offenen Pavillon zurückgebaut werden. Nicht der einzige Fall von unerlaubten Raucherräumen.

Hier einige Beispiele aus unserer Verbraucherschutzarbeit, die zeigen, dass wir hartnäckig bleiben, wenn die Behörden nichts tun oder das Gesetz nicht richtig auslegen.

Imbiss in Düsseldorf, NRW, Februar 2017: Die Imbissbude hatte ihre Außenterrasse in einen Raucherraum umgewandelt. In dem komplett mit Plastik verkleideten Raum ohne Öffnungen wurde geraucht. Dieser iVerstoß gegen das Nichtraucherschutzgesetz wurde nach unserer Beschwerde fast schon blitzartig beendet.

Raucherzelt vor einer Imbissbude in Düsseldorg

   Imbissbude, Düsseldorf - vorher

Raucherzelt vor Imbissbude wurde entfernt

   Imbissbude, Düsseldorf - nachher

Casino-Lokal in Weißenburg, Bayern, Februar 2017:  In einem Zeitungsartikel zu zehn Jahren Nichtraucherschutzgesetzen wurde ein Wirt vorgestellt, der für seine Gäste einen Raucherraum im Winter vorhielt und zusätzlich „Vorbauten im Casino-Bereich“ anbot.  Aufgrund unserer Mitteilung an das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen wird die Gaststätte vor Ort auf Einhaltung des bayerischen Gesundheitsschutzgesetzes kontrolliert.

Italienisches Restaurant in Taufkirchen, Bayern, Februar 2017: Das Lokal betreibt ein eingebautes und vollständiges geschlossenes Raucherzelt mit Tür zur Gaststätte. Das Landratsamt München hat Kontrollen zugesagt.

Café in Hilden, NRW, Oktober 2016:

Drucken

Behörden stoppen Tabaklobby-Tricks

Nun ist es amtlich: Heute, am 30.1.2017, erhielt Pro Rauchfrei auf Anfrage die Bestätigung der Nachricht, die in der Presse schon vorab angekündigt worden war. Die gesetzlich vorgeschriebenen bildlichen Warn­hinweise auf den Packungen von Tabak­produkten dürfen am Ver­kaufs­ort nicht verdeckt werden. Das betrifft nicht nur die Regale in Tabakläden, sondern auch Automaten auf der Straße und an der Supermarktkasse.

Egal wo - die bildlichen Warnhinweise auf Tabak­produkten müssen am Verkaufsort immer sichtbar sein

Bund und Länder bewerten konsequent das systematische und gewollte Verdecken von Warn­hinweisen als einen Verstoß gegen § 11 Abs. 1 Nr. 4 TabakerzV.  

Das Schreiben im Wortlaut:

zur Frage der Präsentation von Zigarettenschachteln im Handel insbesondere der Verwendung von sogenannten Produktkarten im Einzelhandel für Zigarettenschachteln, wodurch Warnhinweise ganz oder teilweise verdeckt werden, erfolgte zwischenzeitlich eine Abstimmung der Länder mit folgendem Ergebnis:
Das Verbot, die gesundheits­bezogenen Warnhinweise bei Tabakerzeugnissen zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens teilweise oder vollständig zu verdecken, ist gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 4 der Tabakerzeugnisverordnung auf die Abgabe im Handel einschließlich Automaten anzuwenden. Das Inverkehrbringen ist nach Art. 2 Nr. 40 der Tabakproduktrichtlinie (TPRL, RL 2014/40/EU) die entgeltliche oder unentgeltliche Bereitstellung von Produkten für Verbraucher – unabhängig von der Herstellung. Das Angebot und die Präsentation im Tabakwarenregal des Handels stellt ebenso wie 

Warnbild aus dem EU-Katalog, Gruppe 1

das Bereitstellen in einem Automaten, bei dem der Bezahlvorgang am Automaten vorgenommen wird, bei dem der Verbraucher im Kassenbereich per Knopfdruck die Ware vor dem Bezahlen selbst auswählt oder die Ware beim Verkäufer anfordert, ohne dass die Ware vorher für den Verbraucher sichtbar ist, eine „Verkaufsstelle“ gemäß Art. 2 Nr. 41 der TPRL dar, wo Tabakerzeugnisse in Verkehr gebracht werden.
Das Angebot und die Präsentation im Tabakwarenregal des Handels sowie in Automaten jeglicher Art wird von den für die Tabaküberwachung zuständigen Behörden im Rahmen der risikoorientierten Kontrolle angemessen überprüft und bei der Feststellung von Verstößen gegen § 11 Abs. 1 Nr. 4 der Tabakerzeugnisverordnung werden die notwendigen Maßnahmen ergriffen.

Mit freundlichen Grüßen

Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz
Referat 43
Lebensmittel nicht tierischer Herkunft
Lebensmittelchemie und Futtermittel
Rosenkavalierplatz 2
81925 München