Drucken

Werbung für die Freiheit und das Leben

14 Tage unter Palmen - oder 6 Monate rauchen

Anti-Tabak-Plakat von Pro Rauchfrei

16.07.2016 Pro Rauchfrei hat eine Serie neuer Plakate – und eins kommt gerade in München zum Einsatz. Es hängt im Umfeld einer Schule statt Tabakwerbung, die dort nicht hingehörte. Unsere Werbung für Freiheit und Genuss ist noch bis zum 1. August zu sehen.

Unsere Aussage „Du entscheidest“ bezieht sich auf den Tabakwerbeslogan „You decide“. Dieser Spruch zeigt sehr gut den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Wer durch die Lifestyle-Werbung der Tabaklobby verführt wurde, ist nicht mehr frei in seiner Entscheidung. Nikotin in Verbindung mit weiteren suchtfördernden Zusatzstoffen im Tabak macht abhängig und unfrei, zum Schaden der eigenen Gesundheit und der von uns allen. 

Laut DZV-Werbekodex, der für British American Tobacco Germany, u.a. Marke Pall Mall; Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH , u.a. Marken John Player Spezial, Gauloises; Japan Tobacco International, u.a. Marken Camel, Benson & Hedges, Winston gilt, darf in den Abschnitten von Straßen und öffentlichen Verkehrsflächen, die unmittelbar an Schulen und Jugendzentren angrenzen und die in einem Umkreis von 100 Metern vom Haupteingang der Schulen* und Jugendzentren (maßgebend ist der Eingang zum Grundstück) aus einsehbar sind, nicht geworben werden. (Hiervon nicht umfasst ist Außenwerbung an Stätten der eigenen Leistung oder Verkaufsstätten Dritter). 


Tabakwerbung mit falscher Botschaft: you decideTabakwerbung mit sinnerhellender Bearbeitung

Links Tabakwerbung im Original, rechts sinnverdichtend bearbeitet


Meldungen von Tabakwerbung an „unlauteren“ Orten hängt, können direkt an den DZV, Unter den Linden 42, 10117 Berlin erfolgen, solange noch kein grundsätzliches Werbeverbot gilt. Pro Rauchfrei kann solche Meldungen auch weiterleiten. Philip Morris unterliegt zwar nicht dem Werbekodex, jedoch können Proteste an das Unternehmen selbst gerichtet werden.

*nur allgemeinbildende Schulen
Details zum Werbekodex unter https://www.zigarettenverband.de/pos-data/page_img/Themen/Werbung/DZV_Werbekodex.pdf. 

Drucken

Tricksereien beim Nichtraucherschutz lohnen nicht

Wirtin muss Buße zahlen

Pro Rauchfrei Großplakat für den Volksentscheid in Bayern 2010

07.07.2016 Vermeintlich ein Raucherparadies schuf eine Wirtin eines recht unauffälligen Lokals im Münchner Süden. Zufällige Passanten  wurden durch das Schild „Geschlossene Gesellschaft“ am Fenster vom Eintreten abgehalten. Dieses Schild hing dort Tag und Nacht.

Für den Fall von Kontrollen war es so eingerichtet, dass immer jemand „Geburtstag“ feierte – inklusive Gästeliste. Dieser Trick war aber irgendwann überstrapaziert und flog auf. Drei Bußgelder hatten sich schon angesammelt, die Wirtin hatte dagegen Widerspruch eingelegt und landete schließlich  vor Gericht– ausgerechnet am 4. Juli, dem Tag, an dem vor sechs Jahren der Volksentscheid zum Nichtraucherschutz in Bayern erfolgreich abgehalten wurde. Pro Rauchfrei war damals Mitinitiator.

Die Bußen muss die Gastronomin nun bezahlen, wenn auch reduziert, denn sie lebt am Rande des Existenzminimums. Von rauchenden Gästen lebt sich’s eben schlecht.

Bild: So warb Pro Rauchfrei 2010 in Bayern für ein "Ja" zum Nichtraucherschutz      

 

 

Drucken

Rauchen nur unterm Himmelszelt

Pro Rauchfrei macht Gaststätte in NRW rauchfrei

21.06.2016: Ein Café-Restaurant in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) betrieb als Erweiterung der Gasträume ein vollständig geschlossenes Zelt und Ehemaliges Raucherzelt vor Gaststätte ließ darin rauchen. Ein Mitglied von Pro Rauchfrei sah dies und machte uns darauf aufmerksam.  Zu diesem Verstoß gegen das Rauchverbot laut nordrhein-westfälischem Nichtraucherschutzgesetz   reichten wir Beschwerde beim zuständigen Ordnungsamt ein. Ergebnis: Das Zelt musste in einen Pavillon mit allseits offenen Wänden zurückgebaut werden, sodass es im Sinne des Gesetzes keinen umschlossenen Raum mehr darstellt. 

Manchen Wirten in NRW scheint die Rechtslage zum Rauchverbot in Zelten unklar zu sein. Diese unterliegen den gleichen Vorschriften wie sonstige geschlossene Räume. Dabei ist es nicht von Belang, ob einzelne Wandelemente geöffnet werden können. Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA)  erläutert ausdrücklich: „Ein Zelt ist demnach ein vollständig umschlossener Raum im Sinne des Nichtraucherschutzgesetzes, wenn es durch (Zelt-)Wände und -Decken überwiegend gegenüber dem Freiraum abgegrenzt ist. Auch bei ‚normalen‘ Gebäuden ändert sich die Beurteilung der Gebäudeeigenschaft ja nicht, wenn ein Teil der Wände durch (Schiebe-)Türen oder Fenster oder andere Maßnahmen weitflächig geöffnet wird oder werden kann. In Zweifelsfällen liegt die Entscheidung beim jeweiligen Ordnungsamt.“ (Quelle: Fragen und Antworten zum nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutzgesetz)  Konkretisiert wird die Definition „geschlossener“ = „umbauter“ Raum durch das Ordnungsamt Wuppertal:  „Wenn mehr als 50 Prozent der Fläche überdacht oder umzäunt sind, handelt es sich um einen umbauten Raum.“ (Quelle: Auskunft bei Anfrage von Pro Rauchfrei).

Daher der Tipp an alle Gastronomen, die noch Zweifel hegen: Rauchen ist nur unter dem Himmelszelt gestattet.