... und das kann und will ich heute auch nicht mehr ändern

... antwortete Helmut Schmidt Siggi Ermer, dem späteren Vorsitzenden von Pro Rauchfrei. Dieser hatte am 16. Juli 2003 an den Ex-Bundeskanzler geschrieben. Anlass dafür war ein Interview Schmidts mit Sandra Maischberger, das wieder einmal von unablässigen Rauchschwaden vernebelt war. Siggi Ermer bat den kettenrauchenden Ex-Bundeskanzler um mehr Zurückhaltung bei öffentlichen Auftritten. 

"Sehr geehrter Herr Bundeskanzler a.D.", schrieb er, " gerade weil Sie eine öffentliche Person sind, bitte ich Sie, die Wirkung Ihres öffentlichen Suchtverhaltens auf die vielen Personen, die gerne mit dem Rauchen aufhören würden, wenn sie’s nur könnten, besonders aber auf die Jugendlichen zu  überdenken.", und weiter: " Da kann man doch bestimmt auch mal für eine halbe Stunde in der Öffentlichkeit darauf verzichten oder sich ein handelsübliches Nikotinpflaster auf die Haut kleben. "

Die Antwort (Pdf) von Helmut Schmidt kam nach zwei Wochen. Wir können ihr entnehmen, dass der lebenslange Raucher fest davon überzeugt war, dass sich diese Sucht seiner Kontrolle entzog. Und wovon er wusste, dass er es nicht konnte - das wollte er auch nicht. - Heute wurde der Sarg des Bundeskanzlers a.D. in einem Staatsakt durch Hamburg getragen. Viele Lobesworte und Ehrungen hat Helmut Schmidt zurückgelassen, ebenso wie seine Tabaksucht. Er ruhe in Frieden. 

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