Angestellte in Schankwirtschaften nur Menschen zweiter Klasse?

Berlin - Pro Rauchfrei e. V. - Lobby der Nichtraucher sieht im Ergebnis der Arbeitsgruppe einen faulen Kompromiss. Durch die beschlossenen Maßnahmen werden tausende Angestellte in Schankwirtschaften, Bars, Kneipen und Bierzelten zu Menschen zweiter Klasse abgestempelt, die keinen Anspruch auf gesunde Arbeitsbedingungen haben. Die angekündigten Ausnahmen verdeutlichen, dass der Einfluss der Tabaklobby auf die Union das Ergebnis negativ beeinflusst hat.

Berlin - Pro Rauchfrei e. V. - Lobby der Nichtraucher sieht im Ergebnis der Arbeitsgruppe einen faulen Kompromiss. Durch die beschlossenen Maßnahmen werden tausende Angestellte in Schankwirtschaften, Bars, Kneipen und Bierzelten zu Menschen zweiter Klasse abgestempelt, die keinen Anspruch auf gesunde Arbeitsbedingungen haben. Die angekündigten Ausnahmen verdeutlichen, dass der Einfluss der Tabaklobby auf die Union das Ergebnis negativ beeinflusst hat. Pro Rauchfrei begrüßt zwar das Rauchverbot für Restaurants, jedoch sind die Regelungen für Raucherräume noch nicht geeignet, ausreichenden Schutz von Personal und Gästen zu gewährleisten. Gefordert werden abgeschlossene Raucherräume mit separatem Zugang und eigener Belüftung, in denen aus Gründen des Arbeitsschutzes keine Bewirtung erfolgen darf.

Siegfried Ermer, Vorstandvorsitzender von Pro Rauchfrei e.V., fragt: „Warum sind Bedienstete in Schwankwirtschaften weniger schützenswert als Angestellte in Restaurants? Wir fordern die Aufhebung der Trennung zwischen Schank- und Speisewirtschaften und ein generelles Rauchverbot für die gesamte Gastronomie. Aus unserer Sicht müssen alle Arbeitnehmer, ob Thekenpersonal oder Bedienung im Restaurant, gleichermaßen vom Gesetzgeber berücksichtigt werden.“ Den Aspekt des Jugendschutzes groß zu schreiben und deswegen aus Diskotheken Speisewirtschaften zu machen, ist zwar begrüßenswert, jedoch leuchtet die Logik wenig ein.

Was aus Sicht von Pro Rauchfrei weiter offen bleibt, sind die Sanktionen. Siegfried Ermer dazu: „Ohne klare Sanktionen wird die Vereinbarung nur ein Papiertiger. Nur mit hohen Strafen bei Verstößen - sowohl für den Raucher als auch für den Wirt - kann die Regelung funktionieren.“ Man darf weiterhin gespannt sein, worauf sich die Politik einigen wird. Denn eine Lösung, die für alle eine Verbesserung bedeuten würde, ist immer noch in weiter Ferne. Der Kompromiss bleibt weit hinter den Forderungen von Pro Rauchfrei und den Entwicklungen in anderen europäischen Ländern, in denen ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie gilt, zurück.


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Pro Rauchfrei e.V.
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