Pressemeldungen

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Schluss mit dem Kauderwelsch für die Tabaklobby

Pro Rauchfrei fordert klares Bekenntnis zur Tabakprävention

Beste Beziehungen zwischen Tabaklobby und Politik in Deutschland verhindern Tabakprävention08.03.2017 Zwölf Jahre, nachdem Deutschland das Tabakrahmenabkommen mit der WHO ratifiziert hatte, sollte bereits im Juli 2016 der Deutsche Bundestag das Tabakwerbeverbot als Gesetz verabschieden. Doch urplötzlich war es von der Tagesordnung verschwunden, wegen „Bedenken einiger CDU-Abgeordneter“. Solche Bedenken nährte der langjährige Tabaklobbyist und Raucher, der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder, eifrig. Einer Realschülerin hatte er einmal gesagt, er halte von Rauchverboten „gar nichts“. Diese Einstellung setzte er bisher sehr erfolgreich als „Cheflobbyist“ in der deutschen Politik um. So bei einem Empfang der Jungen Union im Mai letzten Jahres, als er überzeugt war, das Tabakwerbeverbot könne noch verhindert werden.

Die alte Leier der Tabakmafia findet sich in seinem Kauderwelsch immer wieder: Die Menschen hätten es satt, bevormundet zu werden, neue Verbote dürfe es nicht geben.

Es ist schon grotesk, eine langjährige Vereinbarung ein „neues Verbot“ oder gar die Verführung zum Rauchen aus reinem Gewinnstreben, „Freiheit“ zu nennen.

Kauders hinterhältige Verhinderung des geplanten Gesetzes erinnert fatal an seine Blockadepolitik 2007, als es um die Etablierung eines bundeseinheitlichen Nichtraucherschutzes ging. Ein Positionspapier des damaligen Verbands der Cigarettenindustrie (VdC) war aus einer Fraktionssitzung klammheimlich auf den Tisch einer Arbeitsgruppe geflattert, die nach Kauders Willen eine Grundlage für ein Nichtraucherschutzgesetz erarbeiten sollte. Dabei hatte das Dokument, wohl aus Versehen, den Briefkopf des VdC verloren, jedoch den Wortlaut inklusive Tippfehler der Lobbyvorlage behalten. Diesem Positionspapier entstammt u.a. die noch heute in vielen Bundesländern gültige Regelung, dass Gaststätten unter 75 m 2 Raucherkneipen werden dürfen. Diese Größe wiesen ca. 80 % aller Lokale auf, sie war damit günstig für den VdC. Pro Rauchfrei hatte diesen Skandal damals offengelegt und Frontal21 darüber berichtet.

„Kauder muss endlich seine persönlichen Raucherinteressen hintanstellen und Deutschland die internationalen Mindeststandards in der Tabakprävention erfüllen lassen“, fordert Siegfried Ermer, der Vorsitzende von Deutschlands größtem Verbraucherschutzverband Pro Rauchfrei: „Sonst zeichnet er mitverantwortlich für die 120.000 Tabaktoten pro Jahr in Deutschland.“

Volker Kauder steht deshalb auch auf der Anklagebank von Pro Rauchfrei.

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Pro Rauchfrei fordert: Rauchverbot auf Spielplätzen längst überfällig

Pro Rauchfrei fordert rauchfreie SpielplätzeBereits das Verschlucken einer einzigen Zigarette kann bei Kindern zum Tod führen

24.10.2016  Massenweise sammelte Leserin Sandra Tschernitsch achtlos weggeworfene Zigaretten­stummel auf Haller Spielplätzen und zeigte sie dem Haller Tagblatt..
 
Darauf reagiert nun Deutschlands größter Nichtraucherverband und fordert den Stadtrat auf, in seiner Sitzung am Mittwoch ein grundsätzliches Rauchverbot auf allen Spielplätzen zu verfügen und entsprechend deutlich zu beschildern.
 
„Es ist erschreckend, dass erst eine Bürgerin auf die besonders für Kinder giftigen Hinterlassenschaften von Zigaretten hinweisen muss, bevor sich der Stadtrat bemüßigt sieht, sich mit dem Missstand auf Spielplätzen zu befassen. Mitschuld trägt aber auch wesentlich die Grün geführte Landesregierung, die seit Jahren sträflich den Nichtraucherschutz im Ländle mit Füßen tritt und weit hinter dem Vorzeigeland Bayern zurückfällt. Dort regelt nämlich bereits das Landes-Nichtraucherschutzgesetz sowohl ein absolutes Rauchverbot in Gaststätten als auch ein Rauchverbot auf allen Spielplätzen. Hier muss sich nicht jede Gemeinde einzeln mit dem Schutz von Kindern auf Spielplätzen befassen. Der Nichtraucherschutz in Baden-Württemberg ist landesweit völlig ungenügend, was auf starken Einfluss der Tabaklobby auf die Regierung, insbesondere die Grünen, zurückzuführen ist.“, so Siegfried Ermer, Bundesvorsitzender von Pro Rauchfrei.
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Falsche Experten

Wie Absatzzahlen von Tabakwaren falsch interpretiert werden

19.10.2016  Aktuell wird berichtet, durch die Einführung der sog. Schockbilder auf Zigarettenpackungen hätte sich der Absatz von Tabakwaren im 3. Quartal 2016 reduziert. Anders sieht es Deutschlands größter Nichtraucherverband Pro Rauchfrei.

„Wer sind die angeblichen Experten, die dies behaupten? Wir sehen den Grund im Rückgang des Absatzes von Tabakwaren alleinig an den Tricksereien der Tabakkonzerne mit den Steuerbanderolen. Denn immer wenn für die Industrie unangenehme Änderungen eintreten, wie z.B. Preiserhöhungen oder eben auch diese Schockbilder, produzieren die Konzerne massenweise vor. Und nur so ist zu erklären, dass im 3. Quartal 2016 die Tabaksteuereinnahmen um 22,7 % zurückgegangen sind. Durch die Vorproduktion stiegen hingegen die Steuereinnahmen in den ersten beiden Quarten 2016 um 22,7 % und 12,5 %. Eine belastbare Aussage, inwieweit die sog. Schockbilder tatsächlich wirken, lässt sich erst sagen, wenn wir die Entwicklung in den nächsten Quartalen wissen“, so der Bundesvorsitzende von Pro Rauchfrei, Siegfried Ermer.

Pro Rauchfrei hält die Schockbilder auf Zigarettenschachteln mit Produktlogo für nicht effizient. Nur sog. plain packaging, also Zigaretten in einer einheitlichen, neutralen Verpackung sind ein wirksames Mittel, den Tabakkonsum nachhaltig zu reduzieren, wie dies z.B. in Australien belegbar ist.